Shilajit und Ojas: Was das schwarze Bergharz wirklich kann – Welche 5 Yogapraktiken dieselbe Wurzel haben (Shilajit Yoga)

Shilajit und Ojas – Wie das Himalaya-Harz deine Pranayama-Praxis und Lebenskraft unterstützt und was von dem Hype zu halten ist.

Es gibt Substanzen, die tauchen plötzlich überall auf – in Fitness-Podcasts, in Supplement-Shops, auf Instagram. Shilajit ist gerade so eine. Das schwarze Bergharz aus den Höhen des Himalaya wird als „schwarzes Gold“, als Entgiftungswunder, als Testosteron-Booster, als Anti-Aging-Allheilmittel angepriesen.

Wir klären heute die Shilajit Wirkung und wie Lebensenergie und Vitalität mit Yoga und Shilajit gesteigert werden können.

Was steckt hinter diesem Shilatjit-Hype wirklich dahinter?
Als Yogatherapeutin interessiert mich bei solchen Trends nicht, was die Marketingtexte sagen, sondern was die Tradition wirklich überliefert hat – und was sich davon mit den Praktiken deckt, die ich selbst kenne und täglich unterrichte.

Denn die spannende Entdeckung beim Recherchieren zu Shilajit war:
Das Konzept dahinter ist tief in demselben Denken verwurzelt, das auch Pranayama, Bandhas und Kundalini-Praktiken trägt. Nur eben in materieller Form.

Tipp:
Pranayama für Einsteiger: Die 5 wichtigsten sanften Atemtechniken und ihre Wirkung
(Email-Kurs)

Was Shilajit überhaupt ist – ohne den Hype

Shilajit ist kein Kraut und keine Pflanze. Es ist ein dunkles, harzartiges Felssekret, das in den Hochgebirgen Zentralasiens – vor allem im Himalaya, Altai und Kaukasus – aus Felsspalten austritt.

Entstanden über Jahrmillionen durch die Zersetzung organischer Pflanzenmasse unter Gebirgsdruck und Hitze, ist es ein Konzentrat der Erde selbst:
– mineralreich
– komplex zusammengesetzt und …
– in keiner anderen Form in der Natur so zu finden.

Die Hauptwirkstoffe sind Fulvinsäure und Huminsäure – organische Säuren aus dem Humusbereich. Dazu kommen
– über 80 Mineralien und Spurenelemente in ionischer Form
– Dibenzo-alpha-Pyrone (bioaktive Verbindungen)
– Aminosäuren und B-Vitamine.

Unter verschiedenen Namen ist es in mehreren Kulturen bekannt:
– Im indisch-pakistanischen Raum heißt es Shilajit (Sanskrit: „Eroberer der Berge, Zerstörer der Schwäche“)
– in Russland und Zentralasien Mumijo
– in Tibet Zhaxun.

Die jeweiligen Traditionen haben es unabhängig voneinander entdeckt – und unabhängig voneinander als Vitalisierungsmittel eingesetzt.

Das allein ist schon bemerkenswert.

Was der Hype behauptet – und was davon haltbar ist

Lass uns ehrlich sein: Die Werbung rund um Shilajit übertreibt. Massiv.

Was oft behauptet wird:

– Shilajit entgiftet Schwermetalle aus dem Körper
– Es verjüngt Haut und Zellen messbar
– Es steigert den Testosteronspiegel signifikant
– Es heilt Alzheimer und Krebs

Was die Wissenschaft dazu sagt:

Für einzelne Wirkungen gibt es tatsächlich erste klinische Studien – die aber meist klein, kurzlaufend oder methodisch begrenzt sind:

  1. Eine randomisierte Studie konnte nach 90 Tagen Einnahme einen messbaren Anstieg des Testosteronspiegels bei Männern mittleren Alters zeigen.
  2. Sowjetische Studien aus den 1950er bis 1980er Jahren (Adyl Schakirow, Universität Taschkent) belegen recht solide positive Effekte bei der Knochenbruch-Nachbehandlung und Immunmodulation – das sind die stärksten Belege, die es gibt.

Für die Entgiftungswirkung ist die Lage plausibel, aber nicht bewiesen:
– Fulvinsäure hat nachgewiesene chelierende Eigenschaften (sie kann Metalle binden), aber ob dieser Effekt im menschlichen Körper klinisch relevant wirkt, ist nicht ausreichend untersucht.
– Zudem enthält ungereinigtes Shilajit selbst potentiell Schwermetalle. (Die Qualität ist also nicht nebensächlich!)

Shilajit und Ojas und der Hype
Shilajit und Ojas und der Hype

Was ich als Fazit ziehe:
1. Shilajit ist kein Wundermittel.
2. Es ist ein jahrtausendealtes Vitalisierungsmittel mit plausibler Biochemie und lückenhafter Forschung.
3. Wer die Tradition ernst nimmt, sollte auch die Ehrlichkeit der Tradition ernst nehmen: Shilajit wurde nie allein eingesetzt. Es war immer Baustein eines umfassenden Lebensstils.

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Was die Volksheilkunden wirklich sagen – und das ist das Interessante

Wenn man die verschiedenen Traditionen nebeneinanderlegt, zeichnet sich ein klares Bild ab – jenseits des Marketings:

Im Ayurveda wird Shilajit als Rasayana klassifiziert – als eine Substanz, die Ojas aufbaut, die tiefe Lebensessenz.

Es ist das yogische Pendant zu dem, was du vielleicht aus der Praxis kennst:
– Ojas ist das, was übrig bleibt, wenn Prana vollständig verdaut wurde.
– Es ist die substanzielle Grundlage von Immunität, Vitalität und geistiger Klarheit.
– Shilajit gilt als direkter Ojas-Aufbauer, du kannst Ojas aufbauen mit Shilajit

Dabei wird im Ayurveda eine besondere Eigenschaft betont: Yogavahi
Shilajit wirkt als Träger und Verstärker anderer Substanzen: Es transportiert Wirkstoffe tiefer in die Zellen.

Das klingt nach Marketingsprech, ist aber ein altes Konzept:
– Shilajit wurde selten allein gegeben, sondern immer eingebettet in eine Kombination mit anderen Kräutern, mit Ernährung, mit Schlaf, mit Bewegung.
– Man wollte Prana stärken mit Shilajit
– Als Synergist, nicht als Einzelretter.

In der russischen und zentralasiatischen Volksmedizin (dort als Mumijo bekannt) liegt der Schwerpunkt konkreter:

– Knochen und Gelenke
– Magen-Darm-Schleimhaut
– Immunsystem.

Mumijo ist in Russland bis heute ein offiziell zugelassenes Medikament. Die Anwendung ist pragmatischer, weniger philosophisch – aber die Kernaussage dieselbe: Regeneration und Kraftaufbau nach Erschöpfung.

In der tibetischen Medizin, …

… die Elemente des Buddhismus, der TCM und des Ayurveda verbindet, steht Shilajit auf Platz sechs der am häufigsten verwendeten Heilmittel.

Der Fokus liegt auf …
– Hitzesymptomen
– Leber
– Magen und
– Niere.

Interessant:
Die tibetische Medizin setzt Shilajit bei genau den Organsystemen ein, die im Yoga für die Energietransformation verantwortlich sind. Auch hier sehen wir die Kunst des Prana stärken mit Shilajit.

Was alle Traditionen – Ayurveda, Tibet, Russland – gemeinsam haben

Statt Kosmetik Prana stärken und Ojas aufbauen
Statt Kosmetik Prana stärken und Ojas aufbauen

Es geht nie um Kosmetik, Faltenfreiheit und sowas.

Es geht immer um die tiefe Kraft – die Lebensenergie.

Sie wird durch Erschöpfung, Stress, Krankheit oder Alter geschwächt.

Und DIE muss man wieder aufbauen.

Rasayana, Jing, Qi, Ojas – unterschiedliche Namen für dasselbe Konzept!

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Shilajit Yoga: Prana, Shilajit und Ojas – wo die Verbindung liegt

Jetzt wird es für uns Yogis interessant, weil wir unser Prana stärken mit Shilajit und Yogapraktiken zur Energiesteigerung. Wir werden Ojas aufbauen mit Shilajit und Pranayama.

Im Yoga-Verständnis fließt Prana – die Lebensenergie – durch ein Netz feinstofflicher Kanäle, die Nadis. Die wichtigsten drei:
Ida (Mondenergie, links, kühlend)
Pingala (Sonnenenergie, rechts, aktivierend)
Sushumna (der zentrale Kanal entlang der Wirbelsäule, durch den die Kundalini-Energie aufsteigt).

Prana wird durch Atem, Nahrung, Sonnenlicht und Bewusstsein aufgenommen. Wenn es vollständig verdaut und transformiert wird, entsteht Ojas – die substanzielle Lebensessenz.
Ojas ist das, was sich im Gewebe speichert, das Immunsystem stärkt, den Geist klar hält und die spirituelle Praxis trägt.

Genau hier setzt Shilajit an:
– Als mineralische Substanz, die dem Körper das gibt, was für die Transformation von Prana in Ojas notwendig ist. So können wir Prana stärken mit Shilajit
– Die Spurenelemente und bioaktiven Verbindungen unterstützen Zellfunktionen und Enzymaktivitäten, sie stärken den Stoffwechsel auf zellulärer Ebene.
– Im yogischen Bild: Sie räumen das Leitungsnetz auf.

Shilajit und Prana - Volle Kraft voraus
Shilajit und Prana – Volle Kraft voraus

Das bedeutet aber auch:
Shilajit ohne Pranaarbeit ist nur die halbe Geschichte. Und Pranaarbeit ohne die substanzielle Grundlage kann an ihre Grenzen stoßen – besonders bei Menschen, die erschöpft, ausgebrannt oder nach langen Krankheitsphasen noch sehr schwach und antriebslos sind.

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Der eine oder andere hat vielleicht schon mal den „Pranayama-Burnout“ erlebt … er entsteht wenn bei stressiger Lebensweise bei manifester Erschöpfung immer mehr hochintensives Pranayama gemacht wird, ohne parallel dazu für die wichtigen weiteren Komponenten der Lebensenergie-Stärkung zu sorgen.

Die Kombination von Shilajit mit Yogapraxis – DAS ist das Interessante.

Die harmonische Balance von Ida und Pingala ist der wichtigste stabilsierende Gesundheitsfaktor. Auch aus medizinischer Sicht.

Lies hier auf meiner Yogaschul-Seite diesen Blogbeitrag dazu: Yoga und Psyche: Was 7.000 Studienteilnehmer beweisen – und wie du das jetzt für deine Gesundheit nutzt

 

Yogapraktiken, die dieselbe Wurzel haben – Shilajit Yoga ist Shilajit mit Kapalabhati und Nadi Shodhana!

 

1. Kapalabhati – Das Feuer der Transformation

Verbindung zu Shilajit:

Kapalabhati aktiviert das Agni (Verdauungsfeuer), das für die Transformation von Nahrung und Substanzen in Ojas verantwortlich ist.

Kapalabhati bedeutet wörtlich „leuchtender Schädel“ – eine Reinigungstechnik (Kriya), die den Körper durch aktive, rhythmische Ausatmung entleert und belebt. Die Einatmung geschieht passiv, die Ausatmung ist aktiv und schnell: das Zwerchfell zieht sich zusammen, der Bauch federt zurück.

Wie du Kapalabhati übst:

  1. Sitze aufrecht.
    Atme einmal tief ein und aus und konzentriere dich dabei auf die Bauchatmung bzw. Zwerchfell-Atmung. Die ist existentiell, ohne Bauchatmung macht alles andere keinen Sinn.
  2. Dann beginne:
    Kurzes, kraftvolles Ausatmen durch die Nase – der Bauch zieht sich dabei automatisch zurück – gefolgt von passivem Einatmen.
    Ich sage immer: „Schubse die Luft mit dem Zwerchfell durch die Nase nach draussen„.
  3. Starte langsam:
    Etwa 1 Ausatmung pro Sekunde oder Herzschlag
    20–30 Schubser pro Runde.
  4. Nach einer Runde:
    tief einatmen, kurz innehalten, langsam ausatmen. Pause.

Dann starte eine weitere Runde.

Kontraindikationen:
Nicht üben bei Schwangerschaft, Bluthochdruck, akuten Herzproblemen, in der Menstruation (nach einigen Yoga-Traditionen), bei Schwindel oder nach großen Mahlzeiten (das erklärt sich von selbst …).

Warum Kapalbhati und Shilajit perfekt zusammen passen
Warum Kapalbhati und Shilajit perfekt zusammen passen

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Warum es relevant ist:
– Kapalabhati stimuliert das Agni – das Verdauungsfeuer, das im Yoga als Transformationskraft gilt.
– Was das Agni nicht verdauen kann, lagert sich als Ama (Schlacke) ab.
– Eine starke Agni-Funktion ist Voraussetzung dafür, dass Substanzen wie Shilajit überhaupt vom Körper aufgenommen werden können.

 

2. Nadi Shodhana – Die Reinigung der Energiekanäle

Verbindung zu Shilajit:

Beide wirken auf die Qualität des Energieflusses – Shilajit substanziell, Nadi Shodhana feinstofflich.

Nadi Shodhana, die Wechselatmung, ist wohl die wichtigste Pranayama-Praxis für Vitalität und Gleichgewicht. Nadi bedeutet Kanal, Shodhana bedeutet Reinigung.

Die Technik reinigt Ida und Pingala – jene beiden Hauptkanäle, deren Gleichgewicht Grundvoraussetzung dafür ist, dass Prana überhaupt in den zentralen Kanal fließen kann, … nachdem es aufgenommen wurde (s. Kapalabhati).

Wie du die Wechselatmung, Nadi Shodhana (= Anuloma Viloma) übst:

  1. Setze dich aufrecht und entspannt.
    Bringe die rechte Hand in Vishnu Mudra: Zeige- und Mittelfinger leicht eingerollt, Daumen am rechten Nasenflügel, Ringfinger und Kleinfinger zusammen am linken.
  2. Schließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen. Atme ruhig und vollständig links ein (4–6 Sekunden oder Herzschläge lang).
  3. Schließe beide Nasenlöcher. Halte an – ca 4–16 Sekunden oder Herzschläge – so lange wie es für dich angenehm bleibt. Lange ist gut, aber bitte ohne Atemnot oder anderen Stress. Du musst danach völlig entspannt diese Übung fortsetzen können ohne aus der Puste zu kommen!
  4. Hebe rechts den Daumen ab, öffne das rechte Nasenloch, und atme langsam rechts aus (6–8 Sekunden – oder was für dich passt, s.o.).
  5. Atme rechts wieder ein (4-6 Sec) … Halte an (4-16 Sec) … Atme links aus (6-8 Sec).

Das ist eine Runde. Danach atme Links wieder ein um in die nächste Runde zu gehen.

Beginne mit 5 Runden und steigere dich über Wochen auf 15–20 … immer in deinem ganz persönlichen Tempo.

Shilajit und Wechselatmung am Morgen auf nüchternen Magen üben
Shilajit und Wechselatmung am Morgen auf nüchternen Magen üben

Wichtig:
Atemanhaltung (Kumbhaka) nur so lange, wie es sich mühelos(!!!) anfühlt. Keine Anspannung, keine Verkrampfung, keine Atemnot, kein Herzklopfen.

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Wann Shilajit und Wechselatmung als Lebensenergie-Ritual üben?
– Beides ist ideal morgens auf nüchternen Magen
– Wechselatmung ist nach einem Shilajit-Ritual noch wirkungsvoller
– der Körper ist ruhig, die Nadis (Energie-Kanäle, vgl. Meridiane) sind empfänglich.

 

3. Mula Bandha – Den Energiestrom nach oben leiten

Mulabandha und Shilajit
Mulabandha und Shilajit

Verbindung zu Shilajit:

Die Tradition sieht Shilajit als Stärker der Wurzelenergie – derselbe Bereich, den Mula Bandha energetisch aktiviert.

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Mula Bandha, der Wurzelverschluss, ist eine muskuläre Kontraktion des Beckenbodens – genauer gesagt seiner inneren Schicht, nicht das grobe Anspannen der Schließmuskeln.

  • In der Hatha Yoga Pradipika wird es als das wichtigste Bandha beschrieben, weil es Apana – die abwärts fließende Energie – umkehrt und (wieder) nach oben führt.
  • Im tantrischen Verständnis sitzt die Kundalini-Shakti, die schlafende Lebensenergie, an der Basis der Wirbelsäule im Muladhara-Chakra.
  • Mula Bandha ist eine der Praktiken, die diese Energie nach oben führen, und zwar ohne es unkontrolliert zu entfachen.

Es hilft also das aufgenommene Prana (Ojas) in die für yogische Entwicklung wichtigste Richtung zu führen: In den Kopf, in den Geist, zum Ajna, , um die Konzentrationskraft zu stärken und zu stabilisieren. Das sind wesentliche Voraussetzungen für Meditation und Befreiung.

Wie du es übst:

  1. Beginne in einer bequemen sitzenden Position.
  2. Bringe deine Aufmerksamkeit zum Damm, dem Bereich zwischen Geschlechtsorgan und Steißbein.
  3. Atme entspannt ein.
  4. Bei der Ausatmung:
    Hebe sanft und innerlich die Mitte des Beckenbodens – nicht pressen, nicht verkrampfen. Das ist etwas fortgeschrittener. Falls das nur dazu führen sollte, dass du deinen Bauch einziehst, dann lasse das und halte statt dessen länger beim ausgeatmeten Halten.
  5. Beim Ausgeatmeten Halten übe ein weiteres feines, gerichtetes Zusammenziehen.
  6. Halte für einige Atemzüge, dann bewusst loslassen und für die nächste Runde einatmen.

Verbinde Mulabandha mit Kapalabhati und Wechselatmung:
Mula Bandha lässt sich wunderbar in Pranayama integrieren – beim Atemhalten nach der Einatmung (Antara Kumbhaka) oder als feiner Hintergrundton während der gesamten Praxis. Es schafft eine energetische Erdung, die die Praxis stabilisiert.

 

4. Bhastrika – Der Blasebalg

Bhastrika und Shilajit - intensivste Prana aufnahme
Bhastrika und Shilajit – intensivste Prana aufnahme

Verbindung zu Shilajit:

Bhastrika ist die intensivste Prana-Aufnahmeübung – sie mobilisiert Energie, die Shilajit substanziell bereitstellt.

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Bhastrika (Blasebalgatmung) wird manchmal mit Kapalabhati verwechselt, ist aber deutlich intensiver:
– Bei Bhastrika sind sowohl Ein- als auch Ausatmung aktiv und kraftvoll.
– Bhastrika wird als eine der wirkungsvollsten Techniken beschrieben, um Prana im Körper zu verdichten und die Kundalini-Energie anzuregen.

Für Einsteiger:
Beginne mit Kapalabhati und nähre dich Bhastrika nur mit Erfahrung und idealerweise unter Anleitung eines erfahrenden Yogatherapeuten (zB durch mich – Mehr über mich hier).

Bhastrika ist kontraindiziert bei
denselben Bedingungen wie Kapalabhati (Schwangerschaft, Bluthochdruck, akuten Herzproblemen, in der Menstruation – nach einigen Yoga-Traditionen-, bei Schwindel oder nach großen Mahlzeiten), plus bei Epilepsie und Panikneigung.

Warum erwähnenswert:
– Bhastrika macht buchstäblich das energetisch sichtbar, was Shilajit substanziell anstrebt – eine massive Aufladung des Systems mit Lebensenergie.
– Die Kombination beider im Kursverlauf eines Rasayana-Zyklus ergibt inhaltlich einen vollständigen Kreis.

 

5. Yoga Nidra – Die Regeneration im Tiefenbereich

Yoga Nidra und Shilajit - Regeneration in tiefster Ruhe
Yoga Nidra und Shilajit – Regeneration in tiefster Ruhe

Verbindung zu Shilajit:

Ojas wird nicht nur aktiv aufgebaut, sondern vor allem in tiefer Ruhe gespeichert. Yoga Nidra ist die Praktik dafür.

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Nicht alle Praxis muss aktiv sein. Im Gegenteil:
– Die Tradition betont immer wieder, dass Ojas in Ruhe gespeichert wird – in tiefer Nacht, in Stille, in Meditation.
– Yoga Nidra, der „yogische Schlaf“ führt das Bewusstsein in einen Zustand tiefer Entspannung zwischen Wachen und Schlafen, in dem die Systeme regenerieren, ohne vollständig abzuschalten.

Warum hier relevant:
– Shilajit wirkt nach Tradition über längere Zeiträume, die klassische Rasayana-Kur dauert 90 Tage.
– Dieser Aufbauprozess braucht konsequente Erholung als Gegengewicht zur Praxis.
– Yoga Nidra (20–30 Minuten täglich) kann in diesem Kontext als essentieller Regenerationsteil verstanden werden, nicht als optionale Ergänzung.

Yoga Nidra ist dir zu komplex?
Auf meiner Yoga-Kurs-PlattformYogaLeben.Rocks habe ich einen umfassenden Yoga-Nidra-Workshop für dich, der dir hilft dieses komplexe System schnell und effektiv auswendig zu lernen, so dass du von externen Anleitungen unabhängig und frei wirst.
Dann kannst du jederzeit und überall Yoga-Nidra üben, beispielsweise wenn eine Nacht etwas kurz wird, und du deine Regeneration beschleunigen musst. Oder in deinen Kursen anleiten.

 

Shilajit in der Praxis: Was wirklich wichtig ist

Wenn du Shilajit tatsächlich ausprobieren möchtest, dann mit klaren Augen und nüchternen Erwartungen:

Qualität ist entscheidend.
Rohe, ungereinigte Produkte können Schwermetalle enthalten – das wäre das Gegenteil dessen, was du willst. Achte auf Produkte mit unabhängigen Laboranalysen (Certificate of Analysis). Seriöse Hersteller veröffentlichen diese transparent.

Die klassische Einnahme
erfolgt morgens, auf nüchternen Magen, in warmem Wasser oder warmer Milch aufgelöst – eine erbsengroße Menge (ca. 300–500 mg Harz). Nicht in kaltem Wasser, nicht mit Koffein kombiniert.

Kuren, nicht Dauereinsatz.
Alle Traditionen empfehlen Einnahmepausen. Ein klassisches Schema:
8–12 Wochen Einnahme
4–8 Wochen Pause.
Danach wieder.

Shilajit ist kein Alltagssupplement, das man unbegrenzt schluckt!

Kontraindikationen
… bestehen bei Gicht (Shilajit kann Harnsäure erhöhen), Hämochromatose (Eisenüberladung), Schwangerschaft, Schilddrüsenerkrankungen sowie bei Einnahme bestimmter Medikamente (Lithium, Immunsuppressiva, Antidiabetika). Im Zweifel: ärztliche Absprache.

 

Eine yogische Perspektive auf Gesundheitstrends

Was mir an Shilajit so interessant erscheint, ist nicht das Produkt an sich – es ist das Konzept dahinter:

Yoga-Perspektive auf Shilajit - die Praxis macht den Unterschied
Yoga-Perspektive auf Shilajit – die Praxis macht den Unterschied

Die Frage „Wie baue ich meine Lebensenergie auf?“ ist uralt.
Und die Antworten kommen aus verschiedenen Richtungen, landen aber am selben Ort: substanzielle Nahrung, gezielte Praxis, tiefe Ruhe, Bewusstheit.

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Shilajit ist ein möglicher substanzieller Baustein in diesem Ensemble.
Kein Wundermittel. Kein Ersatz für eine kohärente Praxis. Aber ein Mittel, das – in der richtigen Qualität, im richtigen Kontext, mit nüchternem Blick auf seine Grenzen – einen echten Platz in einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz haben kann.

Die Yogapraktiken in diesem Beitrag …
– Nadi Shodhana, Kapalabhati, Mula Bandha, Bhastrika, Yoga Nidra –
sind keine Zusätze zu Shilajit.
Sie sind die eigentliche Praxis.
Shilajit, wenn du es wählst, ist die Unterstützung.

Und das ist der Unterschied zwischen einem informierten Supplement-Einsatz und dem nächsten Hype, dem man folgt.

 

Zusammenfassung: Was du mitnehmen kannst

Shilajit ist ein altes Vitalisierungsmittel und kein modernes Superfood.
Seine Kernindikation in allen Traditionen ist: Ojas aufbauen, Erschöpfung überwinden, Regeneration nach Schwäche.
Die Entgiftungswirkung ist plausibel, aber nicht klinisch bewiesen. Qualitätskontrolle beim Kauf ist unverzichtbar.
Das yogische Konzept dahinter – Ojas, Prana, Transformation – ist identisch mit dem, was Pranayama und Bandha-Praktiken auf feinstofflicher Ebene anstreben.
Die stärkste Evidenz existiert für Knochenregeneration und Immunmodulation (sowjetische Studien), sowie erste Hinweise auf Testosteronwirkung.
Praxis vor Produkt: Nadi Shodhana, Kapalabhati, Mula Bandha und Yoga Nidra sind keine Ergänzungen zu Shilajit – sie sind die Grundlage, in die eine Substanz wie Shilajit eingebettet sein sollte.

Hast du Erfahrungen mit Shilajit oder Ojas-aufbauenden Praktiken? Ich freue mich über den Austausch in den Kommentaren.

Liebe Grüße
Deine Mahashakti

P.S. Hol dir diesen Minikurs:
Pranayama für Einsteiger: Die 5 wichtigsten sanften Atemtechniken und ihre Wirkung

Dieser Beitrag enthält keine medizinischen Empfehlungen. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deinen Arzt.

Shilajit und Ojas - Ojas aufbauen mit Shilajit - Was das Bergharz wirklich kann
Shilajit und Ojas – Ojas aufbauen mit Shilajit – Was das Bergharz wirklich kann

Die Beiträge geben immer die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Wir schätzen unsere Leser als erwachsene Menschen und wollen ihnen unterschiedliche Möglichkeiten und Wege bieten, damit damit jeder das für sich Passende finden kann.

Autoren-Info
Mahashakti Uta Engeln
Yogatherapeutin und Heilpraktikerin | Web:  | Impressum

Mahashakti Uta Engeln ist Yogatherapeutin, -Ausbilderin und Heilpraktikerin. Seit 2003 ist sie aktiv als Vollzeit-Yogalehrerin und seit 2006 begleitet sie als Yogatherapeutin Menschen auf ihrem Weg zu einem besseren Leben. Seit 2009 auch als Yogatherapie-Ausbilderin und als HP.

In ihrer Yogaschule in Papenburg hilft sie ihren Teilnehmern mit "Yoga der Emotionen" die Herausforderungen des Lebens souverän zu bestehen.
https://yoga-papenburg.de/